Stills & Things

 

Exposition Views

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Aeroplastics Gallery, Brussels 2011

Plates (2007-2009)

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Stills & Things

(DE) Leere Flaschen, Geschirr auf einer Spüle, verwelkte Blumen, eine Plastiktüte, Bananenschalen und anderer Abfall auf einem Teller – auf den Fotografien von Bernd Kleinheisterkamp (geb. 1973) sind banale bis hässliche Dinge zu sehen, die im alltäglichen Leben keines zweiten Blicks würdig erscheinen. Unter dem Titel „Stills and Things“ zeigt der Künstler im berg19 raum für fotografie eine Auswahl aus seiner Stilleben-Serie, an der er seit 2007 arbeitet.

Den „stillen“ Dingen wird mittels der Fotografie nicht nur eine singuläre Schönheit und skulpturale Anmut verliehen, auch die Bandbreite der ihnen innewohnenden möglichen Zitate und Verweise scheint groß: von einer unübersehbaren Vanitas-Symbolik bis hin zu einer frappierenden Ähnlichkeit mit den gemalten Gefäßen von Giorgio Morandi. Gleichzeitig changieren die Motive zwischen dem Infragestellen der Authentizität und Glaubhaftigkeit eines natürlichen Zustandekommens der abgebildeten Arrangements und dem Drang des Betrachters, eine eventuell stattgefundene Handlung anhand der „liegengebliebenen“ Dinge aufzuschlüsseln.

Die „Stills“ könnten Teil einer Geschichte, eines Erzählstranges sein: Hier wurden Zigaretten geraucht, Eier gepellt, Matratzen zusammengeschnürt und eine kleine pinkfarbene Geburtstagskerze angezündet. Gerade weil dieses Rätsel und auch die Frage nach der bewussten Inszenierung ungelöst bleibt, entpuppen sich Kleinheisterkamps Fotografien als individuelle Portraits von einfachen Gegenständen, die zwar identifizierbar sind, aber innerhalb ihrer Bildwerdung zu offen gehaltenen Bedeutungsträgern werden. Eine Zuschreibung der Objekte in einen Sinnzusammenhang bleibt abhängig von ihrem Kontext, von Raum und Zeit – zwei Dimensionen, welche die Fotografie trotz ihrer realitätsnahen Abbildfähigkeit seit jeher nicht vollständig erfassen kann und als autonomes Bildwerk nicht aufzeigen will.

Text: Ulrike Westphal

 

(EN) “Stills and Things” deals with the appearance of things.

“Stills” plays with the variety of possible ensembles that we identify and accept as a natural, authentic, evident situation. Something that seem to make sense. They deal with the limits of time and context, all appearances  are in.

“Things” looks for the undeniable magic inherited in all things. The useless effort to define them, to capture their essence. And still – it isn’t useless to give another try.

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